Vernunft
bewahren
Eine
Gruppe von Intellektuellen und von Persönlichkeiten, die
sich ostentativ auf ihre
jüdische Zugehörigkeit als Garantie ihrer Objektivität
berufen, haben die selektive Initiative eines « Appells
an die Vernunft » ergriffen, für den sie die größtmögliche
Verbreitung absichern wollen. In Wirklichkeit widerspricht dieser
Appell seinen erklärten Zielen: Demokratie, Moral, Solidarität
der Diaspora, Sorge um Israels Schicksal. Die politische Offensive,
die dem Appell zugrunde liegt, ist jedermann klar.
1)
Die Idee eines dem Staat Israel unter Druck aufgezwungenen Friedens,
ja sogar einer Intervention von Mächten, ist eine Absage
an Demokratie und internationales Recht mit dem Geruch von Neo-Kolonialismus.
Sie verspottet die freie Wahl der Bürger der israelischen
Demokratie und stellt einen gefährlichen Präzedenzfall
für alle anderen Demokratien dar.
2)
Sie stützt sich auf einen amerikanischen Präsidenten,
der dabei versagt, der tödlichen iranischen Herausforderung
die Stirn zu bieten und auf eine Europäische Union, die
sich global mit der palästinensischen Sache identifiziert
hat. Israel sieht sich mit der Androhung seiner Auslöschung
konfrontiert - ausgestoßen von der islamischen Republik
Iran und ihren Satelliten, die es in die Zange nehmen, im Norden
die Hisbollah, im Süden Gaza.
3)
Während die oben genannten Unterzeichner die Verantwortung
für die Sackgasse allein Israel zuschreiben, zeigen alle
objektiven Untersuchungen, dass weder die palästinensische
Führung noch die palästinensische Gesellschaft wirklich
an einem gerechten Frieden interessiert ist : 66,7% dieser Bevölkerung
verwerfen die Entstehung eines palästinensischen Staates
auf der Basis der Grenzen von 1967, 77,4 % verwerfen die Idee,
dass Jerusalem die Hauptstadt beider Staaten werde (Befragung
April 2010 durch die Al Najah Universität von Nablus).
Die Entstehung eines palästinensischen Staates ohne den
bestätigten Friedenswillen der gesamten arabischen Welt
würde das winzige Territorium Israels einer tödlichen
strategischen Schwäche aussetzen.
4)
Der «Appell an die Vernunft» leidet unter Amnesie
: Die Osloer Verträge haben zu
einer beispielosen Terrorwelle geführt, der Rückzug
aus dem Libanon zur Festsetzung
der Hisbollah – die diesbezüglichen Garantien des
Sicherheitsrates sind ein
Fetzen Papier – und der Rückzug aus dem Gaza zum
Staatsstreich der Hamas und zu einem Raketen-Regen über
mehrere Jahre hinweg. Werden «Ost-Jerusalem» und
der Palästina-Staat morgen unter der Fuchtel der Hamas
stehen? Ein Bedauern der Unterzeichner nützt dann nichts
mehr....
5)
Moral und Ehre und der Wille zum Frieden, sie sind nicht das
Privileg irgendeines Lagers. Sie stehen jeden Augenblick neu
auf dem Spiel. Aufgrund seiner voreingenommenen und parteiischen
Motivationen trägt der „Appell zur Vernunft“
zu den Versuchen bei, Israel zu boykottieren und zu delegitimieren,
und fügt seiner Bevölkerung ernsthaften Schaden zu.
6)
Wir wollen angesicht der tatsächlichen Bedrohungen, denen
sich Israel sogar in existenzieller Hinsicht ausgesetzt sieht
und die die Chancen eines dauerhaften Friedens im Mittleren
Osten kompromittieren, im Zentrum Europas, dessen Bürger
wir sind, eine wirklich vermittelnde Meinungsbildung in Gang
setzen; eine Meinungsbildung, die sich vornimmt, die Legitimität
des Staates Israel im Rahmen eines echten Friedens zu verteidigen
und zu veranschaulichen, sowie gegen den Antisemitismus zu kämpfen,
der gefährliche Ausmaße annimmt.
Wir
rufen Sie auf, möglichst zahlreich diese Erklärung
zu unterschreiben
Erstunterzeichner
:
Jean Pierre Bensimon, professeur de sciences
sociales, Raphaël Draï, professeur
de sciences politiques et de droit, Judith Gachnochi,
psychologue, Georges Gachnochi, psychiatre-psychanalyste,
Nicolas Nahum, architecte, Georges
Elia Sarfati, professeur des universités, linguiste
et philosophe, Perrine Simon Nahum, chercheur
au CNRS, historienne, Pierre-André Taguieff,
directeur de recherche au CNRS, philosophe, politologue et historien
des idées, Michèle Tribalat,
démographe, Shmuel Trigano, professeur
de sociologie politique, directeur de la revue "Controverses".
.......................................................................................................................................................
Zur Unterschrift :
http://www.dialexis.org/php/index.php
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